Der Pali Kanon, auch bekannt als Tipitaka oder Theravada Canon, ist die umfassendste und älteste erhaltene Sammlung buddhistischer Schriften, die in der Pali-Sprache verfasst sind. Er gilt als die grundlegende Schriftensammlung des Theravada-Buddhismus, der ältesten noch existierenden Schule des Buddhismus. Ziemlich Komplett kann man ihn in Deutsch auch lesen, aber es ist erstmal etwas kompliziert, wenn man das noch nicht so oft gemacht habe, daher habe ich hier ist eine detaillierte Erklärung des Pali Kanon :
Struktur des Pali Canon:
Der Pali Canon ist in drei Hauptteile unterteilt, die als „Drei Körbe“ (Tipitaka) bezeichnet werden:
- Vinaya Pitaka (Disziplin-Korb):
- Inhalt: Enthält die Regeln der Mönchs- und Nonnenordnung (gilt für Menschen die einer Sangha[Glaubensgruppe] angehören), die Disziplinregeln und Verhaltensvorschriften für buddhistische Mönche und Nonnen. Es beinhaltet auch Geschichten, die die Entstehung dieser Regeln erklären.
- Teile: Der Vinaya Pitaka besteht aus:
- Suttavibhanga: Kommentare und Erklärungen der Patimokkha-Regeln.
- Khandhaka: Beschreibungen von Zeremonien, Verfahren und Geschichten zur Gründung und Organisation der Sangha, hier gibts viele unterschiede.
- Parivara: Zusammenfassungen und systematische Darstellungen der Vinaya-Regeln. ( PS: Auch hier gibts Unterschiede, aber ich hoffe, der Link gibt mal einen Einblick in ein Kloster).
- Sutta Pitaka (Lehrrede-Korb):
- Inhalt: Sammlung von Diskursen, die Buddha selbst oder seine unmittelbaren Schüler gehalten haben sollen. Diese Texte behandeln eine breite Palette von Themen, von ethischen Anweisungen bis hin zu tiefgründigen philosophischen und meditativen Lehren.
- Teile: Es ist in fünf Nikayas (Sammlungen) unterteilt:
- Digha Nikaya: Lange Diskurse, die oft komplexe Themen und Geschichten umfassen.
- Majjhima Nikaya: Mittlere Diskurse, die eine Balance zwischen Tiefe und Länge bieten.
- Samyutta Nikaya: Verbundene Diskurse, die nach Themen gruppiert sind.
- Anguttara Nikaya: Numerische Diskurse, die nach der Anzahl der Elemente in den Lehren geordnet sind.
- Khuddaka Nikaya: Kleinere Texte, die eine Vielfalt an Werken einschließen, darunter das Dhammapada, Jataka-Geschichten, und das Theragatha und Therigatha (Verse von Mönchen und Nonnen).
- Zusammenfassend kann man sagen: Es wird viel zugehört und geschwiegen, der Praktizierende ist eine Sammlung von Erfahrungen und Ereignissen. Das was wir mit dem Auge sehen ist sein Ist-zustand und weicht vielleicht davon ab, wie sich jemand selbst sieht. Es ist wichtig zu verstehen, dass wir uns darauf einlassen zu können. Manchmal sind wir noch nicht so weit, das ist dann auch vollkommen okay. Buddhistische Sutras sollen so eine Art „Vorschlag“ und „Angebot“ sein, seinen Geist spielerisch zu benutzen und sich mit Neugierde und Eifer in der Natur zu verschränken.
- Eine Fortgeschrittene Meditationspraxis entwickelt sich durch das hinsehen bzw hinführen, wir werden entspannter. Es ist nicht wichtig stillzusitzen, spazieren gehen geht auch. Es ist wichtig, dass du dich wohlfühlst und verinnerlichst, dass alles sein darf, aber nichts erzwungen werden kann. Zu viel Druck ist eher hinderlich beim Meditieren.
- Abhidhamma Pitaka (Scholastischer Korb):
- Inhalt: Diese Sammlung bietet eine systematische Analyse und Klassifikation des buddhistischen Wissens, mit einem Fokus auf die Natur des Bewusstseins, der Ethik und der Realität. Es ist der philosophische und psychologische Teil des Kanon.
- Teile: Enthält sieben Bücher, darunter:
- Dhammasangani: Klassifikation der mentalen und physischen Phänomene.
- Vibhanga: Analysen und Erklärungen verschiedener buddhistischer Konzepte.
- Dhatukatha: Diskussion über die Elemente (Dhatus) und ihre Beziehungen.
- Puggalapaññatti: Beschreibung von verschiedenen Typen von Individuen basierend auf ihren Eigenschaften.
- Kathavatthu: Debatten und Diskussionen über verschiedene Ansichten innerhalb des Buddhismus.
- Yamaka: Paare von Fragen und Antworten zur Klärung von Konzepten.
- Patthana: Erörterung der kausalen Beziehungen zwischen Phänomenen.
Historische und kulturelle Bedeutung:
- Entstehung: Der Pali Kanon wurde vermutlich im 1. Jahrhundert v. Chr. in Sri Lanka schriftlich festgehalten, nachdem er jahrhundertelang mündlich überliefert wurde. Es wird angenommen, dass der Inhalt weitgehend auf die Lehren Buddhas zurückgeht, obwohl einige Teile später hinzugefügt oder verändert wurden.
- Sprache: Pali, eine mittelindische Sprache, wurde speziell für die Überlieferung der buddhistischen Schriften gewählt, da sie als die Sprache angesehen wurde, die Buddha selbst sprach oder zumindest nahe verwandt war.
- Bedeutung im Theravada-Buddhismus: Für die Anhänger des Theravada-Buddhismus ist der Pali Kanon, die autoritative Quelle der Lehren Buddhas. Er wird als die wörtlichste Überlieferung seiner Worte betrachtet und bildet die Grundlage für Praxis, Studium und Meditation.
- Einfluss: Der Pali Kanon hat großen Einfluss auf die buddhistische Praxis und Theorie nicht nur im Theravada, sondern auch in anderen buddhistischen Traditionen, insbesondere durch seine detaillierte Beschreibung der Meditationstechniken und ethischen Prinzipien.
Fazit
Der Pali Kanon ist also eine fundamentale Sammlung von Texten, die die Lehren des Buddha bewahren und interpretieren, und er spielt eine zentrale Rolle im spirituellen und intellektuellen Leben der Theravada-Buddhisten weltweit. Er ist eine wichtige Grundlage und auch Teil der modernen Forschung. Es ist für uns schwierig nachzuvollziehen, weil man es nicht mit der Bibel vergleichen kann. Es geht viel tiefer und gerade der 3. Korb wird so richtig interessant und ich hoffe, ich konnte eure Neugierde wecken.